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November 2024, Interview: Jürg Freudiger

Bitte erzählen Sie: Wie viele und was für Menschen arbeiten bei PRIMUS?
Carole Iten: «Aktuell beschäftigen wir 218 Mitarbeitende, davon rund 120 im Aussendienst. Besonders ist dabei, dass es darunter viele langjährige Angestellte gibt, 20 und mehr Jahre, sowohl hier am Hauptsitz als auch draussen im Verkauf. Viele sind vor vier Jahren auch mit umgezogen; bis damals hatten wir unseren Hauptsitz ja im basellandschaftlichen Binningen.»
Offenbar identifizieren sich diese Mitarbeitenden mit der PRIMUS.
«Unbedingt, ja. Wir haben Leute im Aussendienst, denen die Kunden direkt aufs Mobile anrufen. Sie wollen nicht PRIMUS, sondern diesen einen Service-Mann. Da trägt dazu bei, dass wir Produkte haben und Anlagen bauen, die Menschenleben retten können, das gibt der Arbeit natürlich Sinn.»
Sie sagten «Service-Mann». Arbeiten bei PRIMUS vor allem Männer?
«Im Aussendienst ist das ausgeprägt so, ja. Sie müssen bedenken, diese Feuerlöscher können ganz schön schwer sein, man muss damit manchmal mehrere Stockwerke rauf und runter. Aber wir hätten sehr wohl auch gerne mehr Frauen im Aussendienst; es bewirbt sich einfach kaum je eine. Hier im Betrieb und erst recht bei uns in den Büros ist der Frauenanteil hingegen ganz normal, wie überall.»

Wie läufts im Recruiting? Viele klagen über Mangel an Fachkräften…
«Je nach Beruf ist das der Fall. Beispielsweise haben wir bisweilen Mühe, Elektriker zu finden. Seit ich vermehrt Social Media nutze, läufts im Allgemeinen etwas besser.»
Social Media?
«Jawohl, ich kann bei Facebook oder auf Instagram regional abgestimmte Push-Werbung schalten, die auch Leute erreicht, die vielleicht gar nicht auf Jobsuche sind, aber unser Stellenangebot interessant finden. Wie gesagt, es sind halt Jobs in einem sinnstiftenden Umfeld. Und der Bewerbungsprozess ist super einfach, es braucht nicht mal ein Bewerbungsschreiben.»
In Zeitungen inserieren Sie nicht?
«Ganz selten und höchstens für Kaderstellen. Social Media sowie klassische Plattformen wie jobs.ch sind da viel effizienter.»
«Also, wenn es um den Aussendienst geht, dann stelle ich mir ganz bewusst als Frau die Frage: Würde ich den ins Haus lassen? »
Carole Iten, Leiterin Personal und Aministration
Und wie stelle ich mir ein Bewerbungsgespräch vor?
«Also, wenn es um den Aussendienst geht, dann stelle ich mir ganz bewusst als Frau die Frage: Würde ich den ins Haus lassen? Im Aussendienst ist der erste Eindruck und die Sympathie wirklich wichtig. Und wenn da ein bisschen Zweifel aufkommen, muss mich der Kandidat anderweitig überzeugen: Hat er Freude am Verkauf? Kann er ein Gespräch führen? Ist er ehrgeizig?»
Und was beschäftigt Sie als HR-Chefin besonders?
«Das Ziel ist, dass sich möglichst alle wohl fühlen. Die Mitarbeitenden sollen also mit Sorgen und Wehwehchen zu mir kommen können. Als HR-Frau ist man auch ein bisschen Seelsorgerin.»
Klingt gut. Danke für das Gespräch.